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atelier D Leitung: Suncana Dulic, Rohrteichstraße 30, 33602 Bielefeld Tel: 0521-58495420
Michael Strauß vierundzwanzigfünf Ausstellung:  vom 03.06. - 31.08.2017 vom 31.07. - 16.08. nur auf Anfrage Tel.: 01711252982 Charakteristisch für Michel Strauß künstlerisches Arbeiten ist seine besondere Technik, mit der er als Bildhauer arbeitet. Dabei verwendet er Papier bzw. Pappe als Hauptmaterial für die plastische Formgebung, die mit verschiedenen Bindemitteln, Leimen und Sand zusammengehalten werden. Aber auch als Maler und Zeichner arbeitet er gerne unkonventionell. Die menschliche Figur steht dabei grundsätzlich immer im Mittelpunkt seiner Arbeit. Für diese Ausstellung anlässlich des 30sten Jahres seiner künstlerischen Tätigkeit, entschloss er sich Mitte Dezember 2016, in den kommenden Fünf Monaten bis zum Ausstellungsaufbau ein bildnerisches Tagebuch zu führen. Jeden Tag entstand dabei eine neue Arbeit.   Entsprechend einer Technik des Barock, die auch in Dioramen naturkundlicher Museen Anwendung findet, sind zahlreiche reliefartige Szenen zu sehen, deren plastisch modellierte Formen mit einer Hintergrundfläche verbunden sind, auf der sie dann maler-isch und zeichnerisch fortgeführt werden. Michel Strauß fertigte am 24.12.2016 während einer Reise nach Scharbeutz den ersten Eintrag seines bildnerischen Tagebuches nach dem oben genannten Prinzip an. Nach genau einem Monat, am 24.01.2017 variierte er die Weiterführung der plastischen Form und bezog zusätzlich zur Zeichnung auch photographische oder malerische Techniken ein. So änderte sich ab dem 24. Januar der Charakter der Einträge und Michael Strauß beschloss, jeweils zum 24. des kommenden Monats eine weitere Änderung entweder technischer oder inhaltlicher Natur vorzunehmen. Auf diese Weise wird das fertige Tagebuch mit ca. 150 Einträgen in fünf Abschnitte gegliedert sein, daher kommt der Titel vierunzwanzigfünf. Dabei bleibt jeder Eintrag eine eigenständige Arbeit. Die kleinsten Einträge sind nur wenige cm, die größten bis maximal 1,5m x 2m groß. In seine bildnerischen Tagebucheinträge bezieht Michael Strauß sowohl persönliche Beobachtungen, Nachrichten öffentliche-rechtlicher Medien und Spielfilmszenen, als auch über „social media“ gepostete Bild- und Filmbeiträge unbekannter bzw. zweifelhafter Herkunft ein, die er bildnerisch verändert. Auf diese Weise stellt er in seinem bildnerischen Tagebuch einen Bezug zum Phänomen der „fake news“ her. Aufgrund der räumlich begrenzten Möglichkeiten können leider nicht alle Arbeiten ausgestellt werden. Die Gesamtheit des bildnerischen Tagebuches wird in digitalisierter Form auf fortlaufenden Fotos auf einem Bildschirm zu sehen sein.   Das Arbeiten mit bildnerischen Tagebüchern ist bei Michael Strauß ein immer wiederkehrender Bestandteil seiner Arbeit. Schon in der letzten Ausstellung im atelier D im Jahre 2013 waren seine großformatigen Zeichnungen mit Tagebucheinträgen versehen. Der Zustand der Welt an den jeweiligen Tagen und die Resonanz, die diese Ereignisse im Großen und Kleinen in dem Künstler wiederhallen lassen, werden so zum Zeitdokument. Eine Arbeit, die gestern entstanden ist, ist heute schon wieder eine nahe Vergangenheit und würde heute nicht so aussehen, wenn sie heute entstanden wäre. Es ist ein ständiges Kommen und Vergehen, in dem man sich bewegt, wie ein Fisch im Wasser. Dieses bringt in die Kunst von Michael Strauß, die immer drei Dimensionen in sich trägt, noch die vierte Dimension hinein, nämlich die der Zeit. Bei einem Jubiläum wie diesem steht diese Dimension nicht zufällig im Vordergrund.